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Strudel-Backen auf der Alm

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Wie sieht ein perfekter Tag aus? Na, ich weiß es jetzt mal wieder, denn vor Kurzem verbrachten wir genau einen solchen auf einer Südtiroler Alm!

Mit der Seilbahn ging es von Dorf Tirol zur Hochmuth auf 1.200 m, wo uns eine herrliche Berglandschaft mit Blick über Meran erwartete. Wir hatten Glück, denn wir hatten nicht nur wunderbares Wetter, sondern auch einen grandiosen Bergführer: Florian Castlunger von Südtirol Marketing war unser Begleiter, der uns zum Talbauern führte, wo wir herzlichst von der Familie Gamper begrüsst wurden. Seit 1961 betreibt die Familie den Gasthof am Meraner Höhenweg und begrüßt Wanderer und Gipfelstürmer auf der Sonnenterrasse mit wunderbarem Blick. So schön ist’s da oben, man mag gar nicht mehr wegschauen!

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Der Talbauer gehört zu den Almen, die am Gourmetevent “Sterne Schlösser Almen” teilnehmen. Hierfür haben namhafte Sterne-Köche Gerichte kreiert, die dann auf den Schlössern und Almen in und um Meran den ganzen Sommer lang gekocht und serviert werden. Beim Talbauern gibt’s das Almgericht: Rosa Linsencremesuppe mit Bauchspeck und Topfen-Spinatkrapfen, vom Sterne-Koch Gerhard Wieser. Wir kosteten das Gericht, außerdem gab es für uns leckeren Kaiserschmarrn und gebratene Knödel mit Salat aus eigenem Anbau. Und alles war köstlich!

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Nach der kleinen Stärkung ging es dann an die ‘Arbeit’. Hilda brachte die Zutaten für ihren typischen Apfelstrudel auf die Terrasse. Ich wurde mit Südtiroler Schürze ausstaffiert und konnte loslegen. Dabei backt Hilda ihren Apfelstrudel mit einem Knetteig, nicht mit einem hauchdünnen Strudelteig, was ich interessant fand, denn so geht die Zubereitung richtig schnell. Die geübte Bäckerin Hilda schafft die Zubereitung eines Strudel in 7 Minuten, wenn zuvor alles abgewogen ist und die Äpfel gehobelt sind! Ich brauchte etwas länger für’s Kneten, aber unter Hildas professioneller Anweisung, ging es einfach von der Hand. Beim Talbauern werden 1 kg Äpfel mit einem speziellen Hobel ganz fein gehobelt (der Spezial-Ausdruck ist offenbar “feinblättrig”, was ich nicht wusste, aber großartig finde!) und anschließend mit dem Zucker, gehackten Nüssen, Zimt, Nelkenpulver, einem Schuss Rum, Zitronensaft und Rosinen vermischt und etwas ziehen gelassen.

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Lisa-Nieschlag-Talbauer11Der Teig wird auf einem mit Mehl bestäubten Küchentuch rechteckig ausgerollt und mit den Äpfeln belegt. Dann werden mit viel Geschick und Können mit Hilfe des Küchentuchs die beiden Teighälften über die Äpfel gelegt und anschließend auf ein gebuttertes Blech gestürzt. Und zwar mit der ‘Teignaht’ nach unten!

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Auf meiner virtuellen “To-Do”-Liste stand schon lange ein Apfelstrudel, traute mich aber nicht ganz daran, aber jetzt ist der Strudel weit nach oben gerückt auf der Liste! Denn so schwer schien es mir nicht und ich bin sehr gespannt, ob er in der heimischen Küche auch so gelingt, wie mit Hilda auf dem Berg! Jewels, Du weisst also, was wir bald als Challenge angehen werden!

Während der Strudel im Ofen war, durften wir noch vom Quarkstrudel mit Vanillesauce kosten, der himmlisch schmeckte! Das Apfelstrudel-Rezept gab Hilda mir mit, aber das Rezept des Quarkstrudels ist ein Familiengeheimnis, das nicht rausgerückt wird! Das kann ich gut verstehen, denn solche Traditionen muss man wahren!

Im Gasthaus entdeckt man alte, historische Fotos vom Talbauern. Bis vor einigen Jahren gab es keine Straße, die hoch zu Familie Gamper führte; alles wurde mit der kleinen Dieselbetriebenen roten Seilbahn transportiert. Das war mühsam und arbeitsintensiv. Gerade jetzt wird der letzte Teil der Schotterstraße hoch zur Bergstation der Seilbahn erschlossen. Kaum vorstellbar, wie es wohl gewesen sein muß dort oben, ziemlich abgeschottet zu leben.

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Schaut man sich beim Talbauern um, so entdeckt man unterhalb des Gasthauses zwei Gemüsegärten am Hang, in denen Kräuter und Salate angebaut werden und liebevoll von der Familie gepflegt werden. Außerdem gibt es Milchkühe und die Butter wird in Handarbeit selbstgemacht. Überhaupt merkt man, mit wieviel Freude und Gastfreundschaft Familie Gamper den Berggasthaus betreibt. Hier oben fühlt man sich total wohl und die frische Bergluft tut allen gut!

Gut gelaunt ging es dann zwischen Wiesen und Wäldern hinab ins Tal. Und als unsere 3-jährige Tochter nicht mehr laufen wollte, trug nicht nur der Papa sie auf den Schultern hinab ins Tal, sondern er konnte sich glücklicherweise mit unserem Begleiter Florian beim “Huckepack-Tragen” abwechseln! Großartig, wenn man so sportliche Männer dabei hat!

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Ich bedank mich somit ganz herzlich bei Florian, der diesen Tag so einzigartig machte und bei Familie Gamper, die uns so herzlich aufnahm und uns kleine Einblicke in das Leben einer Bergfamilie gab! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Südtirol!

Hildas Apfelstrudel

Teig:
2 Eier
120 g Zucker
etwas geriebene Zitronenschale
130 g zimmerwarme Margarine oder Butter
250 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
1/2 Päckchen Backpulver

Füllung:
1 kg Äpfel
ca. 100 g Zucker
kleingehackte Nüsse
etwas Zimt
etwas Nelkenpulver
einen Schuß Rum
Zitronensaft
Rosinen

Das Mehl auf ein Backbrett sieben, eine Mulde machen und die Zutaten hineingeben. Einen glatten Teig kneten, bei Bedarf etwas Mehl dazugeben. Den Teig eine halbe Stunde rasten lassen.
Die Äpfel schälen und feinblättrig schneiden und in eine Schüssel geben. Den Zucker (je nach Belieben und je nach Apfelsorte), einige Rosinen, Nüsse, Zimt, Nelkenpulver, Rum und Zitronensaft zu den Äpfeln geben und gut vermengen. Den Teig auf einen mit Mehl bestreutem Tuch mit dem Nudelholz ausrollen, die Äpfel darauf verteilen und den Teig mit dem Tuch an allen vier Seiten hochschlagen. Auf ein eingefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Blech stürzen und mit verquirltem Ei bestreichen. Bei 180 Grad etwa 50 Minuten backen.

– Liz

For our english-speaking readers: Sorry, but the english text won’t be as detailed as in German…..
Just this: I had a perfect day on the Alm “Talbauer” in South Tyrol high above Meran, where we were heartily welcomed by the Gamper family. I had the pleasure of baking apple strudel with Hilda on their sunny terrace with a wonderful view over Meran. We were accompanied by Florian Castlunger from Südtirol Marketing who was a great (mountain) guide! If you ever plan on going to Südtirol and Meran: take the Hochmut-Gondola up above Dorf Tirol and hike over to the Talbauer. Enjoy the homemade food and the spectacular view. I’m sure you won’t be disappointed!

Hilda’s apple strudel

Dough:
2 eggs
120 g sugar
some lemon zests
130 g margarine or butter
250 g flour
1 package of vanilla sugar (approx. 3 teaspoons)
1/2 package of baking powder (approx. 1,5 teaspoons)

Filling:
1 kg apples
approx. 100 g sugar
nuts (almonds or hazelnuts)
some ground cinnamon
some pimento
a lacing of rum
lemonjuice
raisins

Sift the flour on the work surface and mix all the ingredients for the dough in with the flour. Knead a smooth dough, if necessary and too sticky add some flour. Let rest for half an hour.
Peel the apples and cut into very fine slices. In a bowl add apples, sugar, raisins, nuts, cinnamon, pimento, rum and lemonjuice. Mix with hands and break up the apples into smaller pieces.
Place the dough on kitchen towl with some flour underneath and roll out into a rectangle. Place the apples ontop and close the dough over the apples. Butter a baking tray or use baking paper and place the strudel onto the baking tray (with the seam facing down). Brush with beaten egg and bake in the oven for 50 minutes (at 180 degrees).

6 Kommentare

  1. Lisa sagt

    So…where’s the English translation? I’m assuming
    that part of your readership may not speak/read German…
    myself included…I only speak/read Italian, Spanish and French.

    Sigh, Lisa

    • I added a short english-version and translated the recipe. Sorry it’s not so detailed this time….

  2. Lisa sagt

    Thank you! I really enjoy your blog. Don’t want to miss what’s happening!

  3. ..ich mag das auf deutsch :) und denke gern an mein südtirol 2011 mit brotbacken und kulinarischer herzlichkeit zurück..

  4. Dr. Tod Tolan sagt

    My wife is quite smitten with your Apfel Strudel. We enjoyed one slice after dinner there on Montag, Sept. 29. “The BEST apple strudel I’ve ever tasted,” were her exact words.
    I now have your recipe…..so let’s see if she can recreate the wonderful Alpine Luft und Gesmecht !!

    vielen danke,
    Dr. Tolan

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